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Geschichte

Merfeld kann auf eine fast 1100-jährige Geschichte zurückblicken. Um das Jahr 890 findet sich im Einkünfteverzeichnis des Klosters Werden der Eintrag "in Marefeldon". "Mare" bedeutet im niederdeutschen "Pferd" oder "Stute", die Silbe "feldon" kommt von Feld. Der Name lässt darauf schließen, dass bereits in dieser Zeit Pferde im Merfelder Bruch beheimatet waren. Eine Urkunde belegt, dass sich der Herr von Merfeld bereits 1316 neben Fischerei und Jagd auch das Recht an den wilden Pferden sicherte.

Das Geschlecht der Herren von Merfeld wird erstmals um die Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt. Landesherr der Merfelder war der Bischof von Münster. Ende des 16. Jahrhunderts geriet Adolf III. von Merfeld in einen Streit mit dem Reichskammergericht des Heiligen Römischen Reiches. Um sich mit seinen Besitzungn und Rechten der Landeshoheit des Fürstbischofs von Münster zu entziehen, hatte Adof ein Freigericht bei der Burg Merfeld errichtet. Die Freigerichte unterstanden unmittelbar dem König und beanspruchten die Zuständigkeit über die todeswürdigen Straftaten.

Der Konflikt war für Adolf Grund, zum protestantischen Glauben überzutreten. Trotz eines Verbots der münsterschen Regierung/ Landtag führte Adolf III. in Merfeld auch Hexenprozesse durch. Die vermeintlichen Hexen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Bis 1950 gab es in Merfeld einen Teich mit dem Namen "Hexenteich". In diesem soll zur Zeit der Hexenprozesse die sogenannte Wasserprobe vorgenommen worden sein: Die vermeintlichen Hexen wurden an Händen und Füßen gefesselt und in das Gewässer geworfen. Gingen sie dann nicht unter, galt dies als Beweis für ihre Hexenkraft und die Frauen wurden verbrannt. Wenn sie untergingen, war zwar der Beweis für ihre menschliche Natur erbracht, aber die Frauen zumeist bereits ertrunken.

Im 17. Jahrhundert ging Haus Merfeld samt seiner dazugehörigen Besitzungen in den Besitz der Familie von Merode über, ein kölnisches Rittergeschlecht. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wechselte im Raum Dülmen viermal die Landeshoheit. Auf den Herzog von Croy (1803) folgte 1806 der Herzog von Arenberg. Von 1810 bis 1813 gehörte die Region – und mit ihr Merfeld – zu Frankreich, ab 1813 dann zu Preußen. 1836 verkaufte der schwer verschuldete Theodor Joseph von Merode das Haus Merfeld mit sämtlichen Liegenschaften an Herzog Alfred von Croy.

Wirtschaftlich erlebte Merfeld um 1800 durch die Leinenweberei eine Blütezeit. Das Leinen wurde in Heimarbeit hergestellt. Die Einwohnerzahl wuchs in dieser Zeit auf 1.000 an. Mit Beginn der Industrialisierung wurde den Leinenwebern allerdings ihre Existenzgrundlage genommen. Viele wanderten daraufhin in das nahe Ruhrgebiet ab, so dass die Einwohnerzahl auf 680 Personen sank.

Mitte der 30-er Jahre des 20. Jahrhunderts kam es im Umkreis der Kirche von Merfeld langsam zur Bildung eines Ortskerns. Nach dem 2. Weltkrieg wuchs das Dorf immer schneller. Wie durch ein Wunder war Merfeld von Zerstörungen durch den Krieg bewahrt worden. Viele Menschen – sowohl aus dem zerstörten Dülmen als auch Evakuierte aus den Großstädten und den verlorenen ostdeutschen Gebieten – fanden in dem Dorf eine vorläufige Unterkunft/ Heimat.

Im Zuge der Gemeindereform wurde Merfeld 1975 – mit Buldern, Hiddingsel, Rorup und Hausdülmen – zur neuen Stadt Dülmen zusammengeschlossen.

Merfeld

Im Dülmener Ortsteil Merfeld, einige Kilometer westlich von Dülmen, leben derzeit ca 2010 Einwohner. Berühmt ist der Ort vor allem als Heimat der Dülmener Wildpferde. In einem weitläufigen Wald-, Moor- und Heidegebiet, dem Merfelder Bruch, befindet sich das einzige Wildpferdegestüt des europäischen Kontinents. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ der Herzog von Croy die letzten wilden Pferde, die noch in diesem Gebiet lebten, einfangen. In der Wildpferdebahn im Merfelder Bruch fanden sie ein neues Zuhause. Seit dieser Zeit sind die Wildlinge hier ganz sich selbst überlassen. Mit Krankheiten und Geburten müssen sie ohne menschliche Hilfe fertig werden.

 

In einer außergewöhnlichen Veranstaltung werden jedes Jahr am letzten Samstag im Mai die einjährigen Hengste aus der Herde herausgefangen. Mit dem Brandzeichen des Herzogs von Croy versehen werden sie anschließend verlost und versteigert. Der Wildpferdefang im Merfelder Bruch ist seit langem eine weit über die Region beliebte Touristenattraktion